Timeline unseres ESF-Plus-Projekt „F.I.T. Fusion-Integration-Transformation Gemeinsam stark: Mensch-Krankenhaus-Zukunft“
- 28. Mai
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Juli
Eine Reise durch die letzten Monate
Einleitung
Wir freuen uns, auf diesem Blog das Modellvorhaben „F.I.T. Fusion-Integration-Transformation Gemeinsam stark: Mensch-Krankenhaus-Zukunft“ vorstellen zu können. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) im Programm: „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten: weiterbilden und Gleichstellung fördern“.
Ziel des 3-Jahres-Projektes ist es, im Rahmen der Fusion der Hessenklinik Stadtkrankenhaus Korbach und des Kreiskrankenhauses Frankenberg nachhaltige Strukturen und eine gemeinsame Unternehmenskultur aufzubauen. Mitarbeitende aus allen Berufsgruppen werden über die gesamte Projektlaufzeit aktiv eingebunden, um neue Arbeitsweisen im Wandel der Arbeit zu erlernen, individuelle Kompetenzen zu stärken und die Transformation aktiv mitzugestalten. Die Synergien der Fusion werden dabei gezielt genutzt und systematisch über unser wissenschaftliches Shu-Ha-Ri-Konzept erprobt.
Das Projekt verbindet Qualifizierung mit organisatorischer Transformation und nutzt agile Methoden, um Veränderungen auf struktureller, individueller und kollektiver Ebene umzusetzen. So entsteht eine inklusive, resiliente Kultur, in der Mitarbeitende Veränderungen direkt und selbst vorantreiben und neue Gestaltungsspielräume nutzen.
Wir begleiten als Projektträger die Umsetzung des Modellvorhabens gemeinsam mit 12 Projektlotsen aus beiden Häusern. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern Impulse für den gesamten Krankenhaussektor – quasi als Modell der Zukunft. Durch die Verknüpfung von Kulturentwicklung, individueller Förderung und agilen Methoden entstehen nachhaltige Strukturen, die Fachkräftesicherung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein inklusives Arbeitsumfeld stärken.
Unsere Projektlotsinnen und Projektlotsen
Anette Boldt, Betriebsratsvorsitzende am Standort Korbach
Dagmar Emde, Betriebsrätin am Standort
Björn Hesse, Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender am Standort Frankenberg
Carina Naumann, Leitung Kommunikation & Arbeitgebermarke am Standort Frankenberg
Carina Graßhoff, Leitung Einkauf & Logistik am Standort Frankenberg
Katrin Kern, Prokuristin am Standort Korbach
Daniela Flegel, Leiterin des Bildungszentrums am Standort Korbach
Nina-Isabell Weber, Stellvertretende Pflegedirektorin am Standort Korbach
Uwe von Hagen, OP-Manager am Standort Korbach
Thomas Wickert, Betriebsrat am Standort Frankenberg
Silvia Vesper, Pflegedienstleiterin am Standort Frankenberg
Pascal Wartha, Referent der Geschäftsführung am Standort Frankenberg
Juli 2025 – Erstes Arbeitsmeeting in Marburg
Am 10.07.2025 fand im Rahmen der Planung des Projekts FIT das erste Zusammentreffen statt. In den Räumen der BAM kamen die Geschäftsführungen des Stadtkrankenhaus Korbach und des Kreiskrankenhauses Frankenberg, Vertreter des Betriebsrats beider Kliniken, Vertreter der Sozialpartner sowie der Transformationsmanager zusammen. Dabei wurde zunächst die Ausgangssituation rund um die Fusion vorgestellt. Zudem erfolgte eine Kurzbeschreibung des Vorhabens sowie die Klärung der Verantwortlichkeiten innerhalb des Projekts. Darüber hinaus wurde der SHU-Ha-Ri-Zyklus präsentiert, der als wissenschaftliche Grundlage des Projekts dient. Alle Beteiligten gingen positiv aus dem Treffen hervor und zeigten sich gespannt auf den offiziellen Startschuss des Projekts am 1. Oktober 2025.
Oktober 2025 – Auftaktveranstaltung und erste Sitzung des Projektbeirat
Am 23. Oktober 2025 konnten wir uns Projekt F.I.T. offiziell mit der ersten Sitzung des Projektbeirat beginnen. Eingeladen waren die Mitglieder des Projektbeirats – die Projektlotsen, die Geschäftsführung der beiden Häuser, der Transformationsmanager, Vertreter der Sozialpartner – ver.di Hessen, Marburger Bund und der KAV – sowie weitere Mitarbeitenden aus beiden Häusern. Dabei wurde nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Pur das Projekt und die Ausgangssituation rund um die Fusion des Stadtkrankenhaus Korbach und des Kreiskrankenhauses Frankenberg vorgestellt. Im weiteren Verlauf wurden die 12 Projektlotsen aus Korbach und Frankenberg festgelegt und vorgestellt sowie weitere Fragen rund um die anstehende Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation der Fusion unter den Mitarbeitenden und der Öffentlichkeit geklärt

November 2025 – Erstes Projektlotsen-Treffen
Am 13. November 2025 starteten die wöchentlichen Meetings über MS Teams. Seitdem findet jeden Donnerstag ein einstündiger Austausch zwischen den zwölf Projektlotsen und der BAM statt, um weitere Veranstaltungen und Schritte im Projektverlauf gemeinsam zu planen. Der regelmäßige Austausch erwies sich dabei als wichtiger Bestandteil für einen erfolgreichen Projektverlauf. Neben der organisatorischen Abstimmung standen auch das persönliche Kennenlernen sowie der Aufbau von Vertrauen im Vordergrund.
Februar 2026 – Erster Impulsvortrag von Patrick Merke
Der erste Impulsvortrag von Patrick Merke, der am 26. Februar 2026 stattfand, beschäftigte sich mit dem Thema „Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren einer Fusion“. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die Voraussetzungen für gelingende Veränderungsprozesse. Vertrauen, Kommunikation und Transparenz wurden als zentrale Erfolgsfaktoren hervorgehoben. Es wurde verdeutlicht, dass Vertrauen zwischen Mitarbeitenden, Führungskräften und den beteiligten Einrichtungen eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit bildet. Ebenso wurde die Bedeutung einer offenen und klaren Kommunikation betont, um Unsicherheiten abzubauen, Informationen verständlich weiterzugeben und alle Beteiligten aktiv in den Veränderungsprozess einzubinden. Transparenz wurde dabei als entscheidender Faktor beschrieben, um Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und Akzeptanz innerhalb der Organisation zu fördern. An der Veranstaltung nahmen die Projektlotsinnen und Projektlotsen sowie die Geschäftsführung mit Frau Bülling und Herr Pur teil. Darüber hinaus war auch der Transformationsmanager Herr Brückmann anwesend.
März 2026 – Projektmanagement-Schulung in Marburg
Am 30. und 31. März 2026 haben sich die zwölf Projektlotsen in den Räumlichkeiten der BAM in Marburg zu einem gemeinsamen Projektmanagement-Seminar getroffen. Dabei wurden sie mit den Grundlagen des Projektmanagements vertraut gemacht und haben gelernt, wie sich Künstliche Intelligenz sinnvoll und effektiv in das Themenfeld Projektmanagement integrieren lässt. Ein besonderes Highlight dabei war kreativen Arbeitsphasen, in der das gelernte Projektmanagement-Wissen endlich angewandt werden konnte und die anstehenden World Cafés konzipiert worden sind – voller Ideen, Austausch und Teamarbeit. Das Ergebnis: unsere Projektlotsen werden fitter und fitter. Projektmanagement, World Cafés und ihre Rollen als Lotsen im Unternehmen und im Zusammenhang mit der Fusion sind nun fest in den Köpfen verankert. 12 Personen, die ein gemeinsames Ziel haben: die Mitarbeitenden der Standorte Korbach und Frankenberg auf dem Weg der Fusion zu begleiten.

April 2026 – Projektlotsen-Meeting in Präsenz in Korbach
Bei einem erneuten Präsenztreffen am 9. April 2026 mit den Projektlotsinnen und Projektlotsen in Korbach wurde das zuvor absolvierte Projektmanagement-Seminar gemeinsam reflektiert. Dabei wurde zunächst erörtert, welche Inhalte aus dem Seminar mitgenommen wurden und welche neuen Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Anschließend wurde besprochen, welche dieser Ansätze künftig im Projektkontext implementiert werden sollen. Darüber hinaus stand die Frage im Mittelpunkt, wie das Gelernte konkret im Arbeitsalltag sowie in der Rolle als Projektlotsinnen und Projektlotsen angewendet werden kann. Abschließend erfolgte die letzte Abstimmung wichtiger Details rund um das geplante World Café sowie die finale thematische Planung der einzelnen Thementische.

April 2026 – World Cafés
Um die Fusion der Klinken in Korbach und Frankenberg und die Zusammenführung der Mitarbeitenden beider Standorte zu einer erfolgreichen Mission zu machen, ist es fundamental, alle Mitarbeitenden mitzunehmen, ihre Ideen, Wünsche und auch Bedenken zu kennen. Daher luden die Projektlotsen am 21., 22. Und 23. April 2026 alle interessierten Mitarbeitenden zu einem dreitägigen World Café in die Orketalhalle Vöhl-Ederbringhausen ein.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Marie-Luise Gaßmann lieferte Patrick Merek von der frankfurter akademie für neue arbeitskultur den fachlichen Einstieg. Sein Credo – Vertrauen und ein offener Dialog sind die Basis einer jeden Fusion. Er plädierte für eine Führungskultur, in der Verantwortung übernommen und Fehler als Lernchance begriffen werden. Sein Appell an die Belegschaft: „Definiert gemeinsam eure neue Kultur.“ Nach einer weiteren Begrüßung durch die Geschäftsführung und den Transformationsmanager Herr Brückmann nutzen die Mitarbeitenden den weiteren Nachmittag, um an verschiedenen Thementischen miteinander ins Gespräch zu kommen. Dazu hatten die Projektlotsen in Zweierteams einen Thementisch vorbereitet:
· Tisch 1 zum Thema Patientinnen und Patienten von Daniela Flegel und Pascal Wartha
· Tisch 2 zum Thema Vertrauen von Katrin Kern und Silvia Vesper
· Tisch 3 zum Thema Sicherheiten von Carina Naumann und Anette Boldt
· Tisch 4 zum Thema Emotionen und Kultur von Björn Hesse und Uwe von Hagen
· Tisch 5 zum Thema Vision 2035 von Thomas Wickert und Dagmar Emde
· Tisch 6 zum Thema Wünsche von Carina Grashoff und Nina-Isabelle Weber
An einem Thementisch stellten sich die Geschäftsführungen und der Fusionsmanager den Fragen der Mitarbeitenden zu den weiteren Plänen und Meilensteinen im Fusionsprozess. Es gab auch eine Wünschebox für Themen, die die Entwicklung des Klinikums oder speziell des eigenen Arbeitsbereiches betreffen.
Begleitet wurden die drei Tage von Sabine Gressel-Soeder, die das Gesagte und Geschriebene der Mitarbeitenden und der Projektlotsinnen und Projektlotsen in einem wunderbaren Graphic Recording festhielt.
Die Resonanz bei Projekt-Team und Teilnehmern war durchweg positiv. Die Mitarbeitenden waren dankbar für den regen Austausch und ihre ganz persönliche Chance, ihre Ideen, Wünsche und auch Sorgen zu Gehör zu bringen oder niederzuschreiben. Schnell wurde klar: Ob Korbach oder Frankenberg – die Mitarbeitenden bewegen die gleichen Fragen und Sorgen. Dieser Austausch war ein entscheidender Schritt für das Zusammenwachsen.

Mai 2026 – Zweite Sitzung des Projektbeirat
Am 5. Mai 2026 tagte zum zweiten Mal tagte der Beirat im Projekt F.I.T. in den Räumen des Kreiskrankenhaus Frankenberg. Im Rahmen eines Rückblicks auf das World Café durch die Projektlotsen wurde deutlich, wie wertschätzend die Mitarbeitenden die Möglichkeit aufgenommen haben, das Projekt aktiv mitzugestalten. Zudem wurden die Mitglieder des Beirats über den aktuellen Projektstand sowie vergangene und kommende Meilensteine informiert. Ein weiterer Ausblick richtete sich auf die begleitende Forschung, die künftig von Prof. Dr. Ruth Anna Weber durchgeführt wird. Wir freuen uns auf die weiterhin gute Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Beirats und darauf, die Fusion des Kreiskrankenhaus Frankenberg und des Stadtkrankenhaus Korbach in Zukunft weiter aktiv begleiten zu dürfen.
Mai 2026 – Zweiter Impulsvortrag von Patrick Merke
Am 7. Mai 2026 fand der zweite Impulsvortrag von Patrick Merke statt, bei dem er mit den teilnehmenden Projektlotsinnen und Projektlotsen und der Geschäftsführung weitere Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren einer Fusion vorstellte. Im Anschluss wurde das Thema Werte und Kultur vertiefend behandelt und ausführlich vorgestellt. In Kleingruppen, jeweils pro Krankenhaus, erarbeiteten die Teilnehmenden, welche Werte und welche kulturellen Prägungen in ihren jeweiligen Einrichtungen vorhanden sind. Darüber hinaus fand ein Austausch über die Impulse und Ergebnisse aus dem World Café statt.
Mai 2026 – Start der Begleitforschung
Mit dem Start der Prä-Befragung der Projektlotsinnen und Projektlotsen begann auch die Begleitforschung unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Ruth Anna Weber. Begleitet wird diese durch das wissenschaftliche Konzept des SHU-Ha-Ri-Zyklus, der als Innovationskern des Projekts F.I.T. gesehen wird. Das wissenschaftliche Konzept gliedert sich in drei Phasen. In der ersten Phase („Shu“) erfolgt die Einführung agiler Prinzipien unter der Federführung der zwölf Projektlotsen sowie die Umsetzung erster Veränderungen. Die zweite Phase („Ha“) dient dem Testen und Experimentieren, um Prozesse und Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und zu optimieren. In der dritten Phase („Ri“) werden die bewährten Lösungen schließlich auf die gesamte Krankenhausorganisation übertragen. Ziel ist es, Wissen zunächst zu verstehen und anzuwenden, anschließend weiterzuentwickeln und schließlich eigenständig in die Praxis zu übertragen.




